Der an der Universität Luzern lehrende Historiker Valentin Groebner ist für seine provokanten Überlegungen und pointierten Formulierungen bekannt; zuletzt konnte er seine Fähigkeiten bei der in München abgehaltenen Tagung Rezensieren – Kommentieren – Bloggen: Wie kommunizieren Geisteswissenschaftler in der digitalen Zukunft ausspielen, wo er vor versammeltem, zumeist netzaffinem Publikum, das gekommen war, das zweijährige Bestehen der geschichtswissenschaftlichen Rezensionsplattform recensio.net zu feiern, ein Plädoyer für Papiermedien und die “Netzunabhängigkeit” der Wissenschaft hielt. (weiterlesen …)
Merkur. Blog der deutschen Zeitschrift für europäisches Denken Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken
Durchverstehen mit Dalí: Pariser Notizen V
Abendliches Winterwetter in Paris, überall liegt Schnee, dicke Schneeflocken fliegen durch die Luft. Die Befestigungspfosten der Vélib-Fahrradleihstationen sind dick zugeschneit, die grünen Lichter der Verfügbarkeits-Dioden scheinen durch die Schneeschicht hindurch. Mit den angenehm abgedämpften Straßengeräuschen und dem marsianisch orange eingefärbten Nachthimmel kommt einem die Stadt surrealistisch heruntergedrosselt vor. Kaum jemand ist unterwegs, nur wenige Autos und Supermarkt-Rentner schleichen auf nicht geräumten Straßen und Wegen ihren Zielen entgegen. Ich schleiche meinerseits, von der Rue Turbigo kommend, die Rue Beaubourg hinunter, auf dem Weg zur Dalí-Ausstellung im Centre Pompidou. Bereits der zweite Versuch. Der erste Versuch, in der Neujahrswoche, scheiterte an der Besucherschlange, die einmal rund um das Centre Pompidou reichte. Damals war ich darüber fast erleichtert, denn meine Lust auf Dalí-Ausstellungen hält sich in Grenzen, seitdem einem im Kunstunterricht moderne Kunst, beziehungsweise das, was man als Frühpubertierender darunter verstand, mit Hilfe des hochpolierten Surrealismus à la Dalí oder Magritte nähergebracht wurde. Was auch funktioniert hat und weshalb man sich heute noch etwas dafür hasst, auf pfannkuchenartig verschmolzene Uhren und Männer mit Hut und grünem Apfel vor dem Gesicht hereingefallen zu sein, in dem festen und überheblichen Glauben, ab sofort moderne Kunst komplett durchverstehen zu können. (weiterlesen …)
Februarheft online
Die Onlineversion des Februarhefts ist ab sofort freigeschaltet – hier ist die Übersicht. Als kostenlose Leseproben gibt es wie stets zwei Texte. Im ersten gibt der Übersetzer Thomas Frahm eine sehr lebendige Übersicht über die Fährnisse der jüngeren bulgarischen Literatur in Bulgarien selbst, aber auch in Übersetzungen in Deutschland. Der zweite ist eine sehr präzise und grundsätzliche Einlassung über Jörg Schröder und seinen März-Verlag, verfasst vom Literaturwissenschaftler Georg Stanitzek, dessen 2011 erschienenes opus magnum Essay-BRD im übrigen auch nachdrücklich empfohlen sei.
“Im Schönfelder gibts das Wort Gerechtigkeit nicht”. Interview mit Herbert Rosendorfer
Er wuchs in Kitzbühel auf (Autobiografisches, Kindheit in Kitzbühel 1998). Abitur in München, ein Jahr an der Akademie der Bildenden Künste[1], dann Jurastudium und Staatsanwaltschaft Bayreuth (Bayreuth für Anfänger, 1969). Kleine Musikwerke entstehen. (weiterlesen …)
Anton Tantner bei DRadio Wissen
Anton Tantner gibt im DRadio Wissen Auskunft über Adressbüros, über die er bei uns im Januarheft schreibt.
Steinfeld in SZ über Merkur und Plumpe
Was genau es bedeutet, wenn Thomas Steinfeld glaubt, dass unser Dezemberheft “einem seltsamen Proporz Gestalt verlieh, der etwas im Grunde Selbstverständliches in eine Besonderheit verwandelte”, während wir eigentlich dachten (und nachweisen zu können glauben), wir hätten da umgekehrt eine Besonderheit in eine Selbstverständlichkeit verwandelt – das müssen wir vielleicht nicht verstehen. Aber wer wird sich beklagen, außer vielleicht über den Hieb gegen das Doppelheft, mit dem wir gar nichts einzurennen, sondern nur ein paar Gedanken und Hintergründe zu liefern gedachten. Aber, wirklich – eigentlich schreibt Thomas Steinfeld auf Seite eins des SZ-Feuilletons vom Samstag ja ganz freundlich über uns und vor allem über Werner Plumpes Ökonomiekolumne.
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